Medizinischer Rat DIGITAL – Chancen, Grenzen und neue Möglichkeiten durch KI

Etwa ein Dutzend Interessierte folgte dem Vortrag von Dr. Gerhard Göckel über die Möglichkeiten und Grenzen medizinischer Informationen aus dem Internet.

Gleich zu Beginn machte der Referent deutlich, dass es Notfälle gibt, in denen keine Zeit für eine Internetrecherche bleibt. Bei einer bewusstlosen Person, die nicht mehr atmet, sollte mit der Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes begonnen werden. Die Notrufnummer 112 sollte unmittelbar verständigt werden. Auch medizinische Laien sollten sich diese lebensrettende Maßnahme zutrauen. Zur Veranschaulichung empfahl Dr. Göckel ein Lehrvideo, das die Herzdruckmassage Schritt für Schritt erklärt: Herzdruckmassage Schritt für Schritt erklärt. Die genannte Notrufnummer ist auch bei Verdacht auf Herzinfarkt, Schlaganfall, Erstickungsgefahr, schweren Verletzungen neuen Krampfanfällen zu verständigen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist ansonsten über Tel.: 116117 zu erreichen

Bei neu aufgetretenen Beschwerden können geprüfte Symptom-Checker eine schnelle und jederzeit verfügbare kostenlose und werbefrei Orientierung bieten. Sie helfen dabei, Beschwerden erstmals einzuschätzen und zu beurteilen, ob rasches ärztliches Handeln erforderlich ist. Anhand eines Praxisbeispiels demonstrierte Dr. Göckel die Funktionsweise eines solchen Online-Angebots. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Symptom-Checker einen Arztbesuch nicht ersetzen können, da weder eine körperliche Untersuchung noch Labor- oder andere Untersuchungsbefunde vorliegen.

Für verlässliche Informationen zu häufigen Erkrankungen empfahl der Referent ausschließlich zuverlässige Internetseiten, von denen er exemplarisch einige vorstellte.

Darüber hinaus präsentierte Dr. Göckel digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), die Patientinnen und Patienten dabei unterstützen können, ihre Erkrankung selbstständig günstig zu beeinflussen. Anhand eines Beispiels zeigte er deren Einsatzmöglichkeiten. DIGAs sind geprüft und zertifiziert. Die Kosten werden bei gesicherter Diagnose von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die gernerative künstliche Intelligenz (KI). Nachdem Dr. Göckel deren Funktionsweise allgemeinverständlich erläutert hatte, zeigte er Chancen und Grenzen dieser Technologie auf. Obwohl KI im Dialog nahezu menschlich wirkt und selbst komplexe Sachverhalte verständlich erklären kann, handelt es sich letztlich um eine Maschine. Besonders hilfreich kann sie sein, um medizinische Informationen besser zu verstehen. So können beispielsweise Arztbriefe in eine für Patientinnen und Patienten in verständliche Sprache übertragen und gezielte Rückfragen gestellt werden ohne die Privatsphäre preis zu geben

Der Referent wies jedoch auch darauf hin, dass KI-Systeme vereinzelt falsche oder frei erfundene Aussagen erzeugen können. Solche sogenannten Halluzinationen entstehen, weil die KI die statistisch wahrscheinliche Antwort berechnet. Nach seiner Einschätzung sind diese Fehler inzwischen deutlich seltener geworden durch ergänzende Module. Diese Halluzinationen sind aber im System selbst begründet, blindes Vertrauen sollte vermieden werden.

Dankenswerterweise hat Dr. Göckel die wichtigsten Internetadressen in einer Linkliste zusammengestellt, die bei Interesse mit nachstehendem Link angefordert werden kann:

Der Vorstand bedankt sich herzlich bei Dr. Gerhard Göckel für den informativen und kurzweiligen Vortrag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen zahlreiche praktische Anregungen und wertvolle neue Erkenntnisse mit nach Hause. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Stöbern.